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erfolgt, obgleich der gemeine Arzt diese nachgängige Verschlimmerung dem Kranken anders zu deuten und sie auf eine sich jetzt erst offenbarende Bösartigkeit der ursprünglichen, oder auf die Entstehung einer neuen Krankheit zu schieben pflegt."

Anmerkung

Der Schlaganfall dieser Patientin stellt die Spitze eines allmählich, aber stetig zunehmenden chronischen Causticum- und Nux vomica-Zustandes dar. Wobei immer nur eines dieser beiden Arzneimittelbilder im Vordergrund stehen kann. Die Zwangsmuster beider dieser Arzneimittelbilder prägen die Lebensgeschichte dieser Patientin.

Bei der Beschreibung ihres beruflichen Werdegangs sind zwei ,,Ehrgeizmotive" exponiert. Einerseits will sie immer gut sein, die Beste (Nux vomica), andererseits hat sie ein Helfersyndrom und setzt sich nachdrücklich für Schwächere ein (Gausticum). Ihre Berufswahl - Plastische Chirurgie - war getragen von dem Verlangen, Unfallopfern oder durch eine Anomalie entstellten Menschen zu helfen, damit diese nicht mehr als ,,anders Aussehende" in der Gesellschaft leben müssen. Causticum übernimmt aus Mitgefühl die Verantwortung für Schwächere. Dabei kann Gausticum durchaus kämpferisch und dogmatisch werden.

Nux vomica hat den Ehrgeiz, durch Fleiß zu glänzen.

Eine rechtzeitige Gabe Causticum, sofort nach dem Schlaganfall gegeben, hätte in diesem Fall wahrscheinlich die rechtsseitige Lähmung zum größten Teil geheilt. Wenn Sie davon ableiten wollen, das Causticum Schlaganfall heult, dann aber nur unter Berücksichtigung der Ganzheit des Patienten und der genauen Durchführung der Klassisch Homöopathischen Therapie. (Siehe auch den Fall ,,Akuter Apoplex" im Kapitel ,,Das vollständige Symptom ,,.)

Samuel Hahnemann, Organon der Hei/kunst, 6 Auflage:

§ 3.

,,Sieht der Arzt deutlich ein, was an Krankheiten das ist, was an jedem einzelnen Krankheitsfalle insbesondere zu heilen ist (Krankheits-Erkenntniß, fndication), sieht er deutlich ein, was an den Arzneien, das ist, an jeder Arznei besondere, das Heilende ist (Kenntniß

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