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Das fragmentierte ,,Selbst-Weltbild" des Menschen verleitet ihn jedoch zu Handlungen, sich selbst und die Welt zu fragmentieren, und somit scheint alles dieser Denkweise zu entsprechen. Kunst, Wissenschaft, Technologie und menschliche Arbeit sind in Spezialgebiete aufgespalten. Die gesellschaftliche Entwicklung führte zu einer Trennung in verschiedene Völker mit religiösen, politischen, ökonomischen, rassistischen Gruppierungen. Selbst der Mensch besteht anscheinend gemäß seiner Begierden, Ziele, Pläne, Verpflichtungen, seelischen Eigenschaften usw. aus einer großen Anzahl getrennter Schubfächer gegensätzlichen Inhalts. Die Folge daraus ist, dass ein gewisses Maß an Neurosen unvermeidlich ist. Menschen, die über das ,,normale" Maß hinaus fragmentiert sind, werden als psychotisch, schizoid oder paranoid eingestuft. Es ist aber ein Trugschluss, dass all diese Formen von Fragmentierungen für sich und getrennt vom Ganzen auftreten. Dieser Trugschluss kann nur zu endlosen Konflikten und Verwirrungen führen.

Die konventionelle Medizin hat in ihrem sogenannten wissenschaftlichen Vorgehen ein fragmentiertes ,,Selbst-Weltbild" als Basis. Therapiert wird dort nicht nach dem Allgemeinen und nach der Gesamtheit des Befindens sowie der Gesamtentwicklung der Symptome des Patienten, sondern aufgrund einzelner Parameter und nach jeweils herrschenden, sich jedoch ständig verändernden, Standards. Diese Art der Therapie schließt Individualität aus - die Individualität des Patienten, sowie die des Therapeuten.

Dazu ein Fallbeispiel, das aufzeigt, dass ohne Berücksichtigung der Individualität des Patienten eine Heilung unmöglich ist.

Fall

Eine 37 jährige Frau hat seit 6 Monaten stechende und drückende Schmerzen in der Magengegend und rechts im Abdomen. Die internistischen Untersuchungen sind ohne Befund.

Nach der Geburt ihrer Tochter (ihr drittes Kind) vor zwei Jahren kam es zu einer Gewichtszunahme von 20 kg. Eine Schilddrüsenunterfunktion wurde nicht diagnostiziert. Ihr wird jedoch seit einem Jahr L-Thyrox 125

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